Verwendungszweck

United We Stream Vienna wird Streams aus immer unterschiedlichen Wiener Clubs und Musikspielstätten anbieten. Während dieser Streams können Unterstützer*innen über eine Fundraising-Plattform für Wiener Clubs spenden. 

Alle Einnahmen der Streams fließen in einen Rettungsfond, mit dem notleidende Clubs und Musikspielstätten unterstützt werden können. 10% fließen an “Nachbar in Not”. Für Ausschüttungen des Rettungsfonds hat die Vienna Club Commission einen Kriterienkatalog entwickelt, eine unabhängige Jury wird diese gewichten.

Wie wird das Geld verteilt?

  • 70% Notfallpool für alle Clubs und Musikspielstätten
  • 20% Härtefälle für alle, die keine Hilfen aus dem Corona-Hilfspaket der Österreichischen Bundesregierung beziehen können (Clubs und Musikspielstätten)
  • 10% Nachbar in Not – Not ist nicht gleich Not. Solidarität brauchen viele

Verteilungsschlüssel einzelner Anträge:
Basispunkte (20)
: Diese Punkte stellen einen Sockelbetrag sicher.
Hartes Kriterium Clubgröße (10):
Diese Punkte dienen dazu, die Größe von Clubs und Veranstaltungsstätten einzubeziehen. Gezählt wird in Vollzeitäquivalenten. Stichtag ist der 1. April, im Fall von Kurzarbeit gilt das Stundenausmaß, das vor der Kurzarbeit vereinbart wurde. Dabei gilt: Bis 5 VZÄ -> 5 Punkte. 5,1 bis 10 VZÄ -> 7,5 Punkte. Über 10 VZÄ -> 10 Punkte
Weiche Kriterien (20): Diese Punkte werden von der Jury beurteilt. Je Kriterium sind maximal 4 Punkte möglich. Diese Kriterien sind: Inklusivität und Awareness, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Fair Pay, kuratiertes Programm

Beispiel Eins: Ein kleiner Jazzclub sucht an. Er hat nur zwei Angestellte, bemüht sich aber um Inklusion, Diversität und ein kuratiertes Programm. Nachhaltigkeit und Fair Pay sind sich bisher nicht wirklich ausgegangen. Er bekommt 20 Basispunkte, 5 Punkte für die Größe und nach Beurteilung der Jury 14 weitere Punkte. Der Antrag wird mit 39 Punkten gewichtet.

Beispiel Zwei: Ein große Diskothek sucht an. Dort arbeiten insgesamt mehr als zehn Angestellte. Sie werden fair bezahlt, die anderen weichen Kriterien spielen eine geringe Rolle. Sie bekommt 20 Basispunkte, 10 Punkt für die Größe und nach Beurteilung der Jury 6 weitere Punkte. Der Antrag wird mit 36 Punkten gewichtet.

Alle Spenden werden anschließend durch die Gesamtpunktezahl geteilt.

Wer kann sich bewerben?

Für den Fonds bewerben können sich Clubs und Musikspielstätten, die ihren Sitz in Wien haben, zumindest 10 Veranstaltungen seit 1.1.2019 veranstaltet haben und deren Publikumskapazität nicht mehr als 1500 Gäste umfasst. Einzelne Künstler*innen, Veranstalter*innen oder Kollektive können sich leider nicht bewerben. Sie finden jedoch im Rahmen der Hosting-Clubs Berücksichtigung.

Wann wird das Geld verteilt?

Bis zum 31. Mai 2020 erfolgt ein formloser Antrag an info@viennaclubcommission.at. Sofern eine Ausschüttung aus den 20% der Spenden erfolgen soll, die für Härtsfälle vorgesehen sind, so muss dies eindeutig vermerkt werden. Dabei muss versichert werden, dass keine Hilfen aus dem Corona-Hilfspaket bezogen werden können. Alle Spenden werden bis spätestens 30. Juni 2020 nach dem Verteilungsschlüssel ausgeschüttet.

Die Jury

Die Rechtmäßigkeit der Antragstellung erfolgt durch ein Gremium, das darüber hinaus auch als Jury fungiert, die die Aufgabe hat, die rechtmäßigen Anträge entsprechend verschiedener Kriterien zu gewichten. 

Die Jury ist ein durch die Vienna Club Commission und mica – music austria bestimmendes 5-köpfiges Gremium. Die Jury ist ein divers zusammengesetztes Gremium, das möglichst viele Facetten der Wiener Clubkultur möglichst gut vertritt und kennt:

Amira Ben Saoud, Journalistin

Amira Ben Saoud, 30, ist Kulturjournalistin bei “Der Standard”. Sie war Chefredakteurin des Popkulturmagazins The Gap, hat mehrere Jahre lang veranstaltet und war Programmverantwortliche des feministischen RRRIOT Festivals.

Eva Fischer, sound:frame

Eva Fischer ist selbstständige Kuratorin, Kulturmanagerin und Dozentin. 2007 initiierte sie das sound:frame Festival und gründete 2009 die gleichnamige Agentur für immersive Kunst. Sie kuratiert und realisiert interdisziplinäre Formate und lehrt und berät in den Bereichen Digitalisierung, audiovisuelle/immersive Medien sowie Kunst&Technologie.

Walter Gössinger, IG Kultur Wien

Walter Gössinger war langjähriges Mitglied im kollektiv organisierten Kulturbeisl TÜWI, hat vor 7 Jahren das Veranstaltungskollektiv “Gassen aus Zucker” mitgegründet und ist seit 2016 Vorstandsmitglied der IG Kultur Wien, wo er sich vor allem in den Bereichen Kulturräume, Veranstalter_innen und öffentlicher Raum engagiert.

Shilla Strelka, Veranstalterin

Shilla Strelka ist freischaffende Kulturjournalistin, Kuratorin und Konzertveranstalterin. Fokus ihrer journalistischen und kuratorischen Praxis liegt auf zeitgenössischer elektronischer Musik. 2012 initiierte sie die Konzertreihe Struma+Iodine, seit 2015 kuratiert sie das Unsafe+Sounds Festival, seit 2017 ist sie Co-Kuratorin des Elevate Festival, Graz.

Heinz Wolf, Wirtschaftsagentur Wien

Heinz Wolf, Jurist und Musiker, war ab 2005 als Art Direktor und Projektleiter für departure tätig. Seit 2014 ist er für die Bereiche Musik, Filmwirtschaft und Verlagswesen in der Wirtschaftsagentur Wien zuständig. Aktuelle Themenschwerpunkte sind Culture & Technology sowie Digitale Realitäten.

(c) Christoph Liebentritt / buero butter
Stefan Niederwieser (Vorsitz ohne Stimmrecht)

Stefan Niederwieser ist Musikjournalist (Ö1, profil, Red Bulletin, mica – music austria). Er begreift Kultur nicht nur als Ausdruck ihrer Zeit, sondern als ihren atemberaubenden Katalysator. Sieben Jahre Chefredakteur The Gap, letztes Jahr Forschungsbericht Clubkultur Wien gemeinsam mit Yasmin Vihaus, Mitinitiator Vienna Club Commission.